Ich-Analyse

 

(= I.) [engl. ego analysis], [KLI], stellt eine Modifikation der klassischen Psychoanalyse dar: Es wird hier die Bedeutung und Eigenständigkeit des Ich stärker betont. Kreativität und konstruktive Aggression werden als Funktionen gesehen, die dem Ich primär konfliktfrei gegeben sind. Größere Bedeutung kommt auch sozialen Interaktionen zu, sie stellen eine eigene Art von Befriedigung dar. Stärker als in der Psychoanalyse Freuds wird die Fähigkeit des Menschen hervorgehoben, Kontrolle über seine Umwelt auszuüben. Aus diesem Grund sind in der Therapie mehr die gegenwärtigen Lebensbedingungen von Bedeutung und Interesse. Über spezif. therap. Techniken der I. liegen in der Literatur kaum Beschreibungen vor. Für den klin. Nutzen der ich-analytischen Therapie gibt es keine befriedigenden Belege. Zu den einflussreichsten Autoren mit ich-analytischer Orientierung gehören K. Horney, A. Freud, E. Erikson, D. Rapaport und H. Hartmann.