Ich-Störung

 

(= I.) [engl. ego disorder], [KLI], nach psychoanalytischer Auffassung (Psychoanalyse) eine psych. Störung der Ich-Funktion, bei der die Synthese zw. Ansprüchen von Es und Über-Ich und die Abgrenzung gegenüber der Außenwelt gestört sind (Ich-Schwäche). I. repräsentieren außerdem eine Kategorie im psych. Befund, wo sie die Auflösung der Grenzen der eigenen Person bez. Sie umfassen Depersonalisation, Derealisation, Gedankenausbreitung (Überzeugung, dass andere Menschen die eigenen Gedanken lesen können), Gedankenentzug (Überzeugung, dass die eigenen Gedanken von äußeren Mächten entzogen werden), Gedankeneingebung (Überzeugung, dass eigene Gedanken von außen eingegeben werden) und andere Fremdbeeinflussung. I. können bei versch. psych. Störungen auftreten, z. B. Gedankeneingebung oder -ausbreitung bei Schizophrenie oder Depersonalisation und Derealisation bei dissoziativen Störungen (Dissoziative Identitätsstörung). Oder sie können durch die direkte Wirkung einer Substanz (Droge, Medikament) oder durch das Vorliegen eines med. Krankheitsfaktors ausgelöst werden.