Ideal-Selbst

 

(= I.) [engl. ideal self; lat. idea Urbild, Idee], syn. Ich-Ideal, [KLI, PER, SOZ], ist ein Bereich des Selbst, der sich qual. durch Normen (Normen, soziale), Werte, Ziele etc. kennzeichnen lässt. Diese werden vom Individuum im Laufe der Sozialisation) Sozialisationspsychologie verinnerlicht, werden von ihm als wünschenswert erachtet und haben als emot. getönte Selbstbilder eine Leitfunktion bei der Selbstregulation (Selbstregulationsmodell). I. ist Gegenstand versch. Wissenschaftsdisziplinen.

Das I. steht seit längerer Zeit im Fokus psychoanalytischer Forschung (Psychoanalyse), wobei mit dem Aufkommen selbstpsychol. und objektbeziehungspsychol. Ansätze (Kohut, Kernberg) das Ich-Ideal (Freud) eine konzeptuelle Modifizierung erfährt und sich in die Theorie narzisstischer Selbstregulation integrieren lässt.

Das I. steht auch im Blickwinkel sozialpsychol. Forschung: Einerseits geht es darum, Differenzen (Selbstdiskrepanz) zw. Real-Selbst und I. zu betrachten. Diese Differenzen werden bei hohem Selbstfokus bewusster als bei niedrigem Selbstfokus (Wicklund & Frey, 2001). Außerdem fällt bei hohem Selbstfokus die Motivation höher aus, die Diskrepanz zw. Realselbst und I. zu reduzieren, als bei niedrigem Selbstfokus. Die Wahrnehmung von Diskrepanzen zw. Real-Selbst und I. wird aversiv erlebt. Typische begleitende Emotionen sind Niedergeschlagenheit und Unzufriedenheit (Higgins et al., 1986)

Was die narzisstische Selbstregulation (Narzissmus) betrifft, zeigen Befunde, dass Narzissten (im Vergleich zu Nicht-Narzissten) mehr Kongruenz zw. realem und idealem Selbst wahrnehmen. Die Idealisierung bedeutsamer Anderer hängt mit dem Bindungsstil zus. (Bindung). Empirische Ergebnisse zeigen: Je bindungsängstlicher eine Person ist, desto mehr neigt sie zur Idealisierung (Bierhoff & Herner, 2009; Campbell & Miller, 2011).

Referenzen und vertiefende Literatur

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