Idealismus

 

(= I.) [engl. idealism; lat. idea Urbild, Idee], [PHI], allg. Lebensauffassung, die durch Ideen und Ideale bestimmt ist und uneigennützig den selbstgesetzten Idealen dient. Dabei sind Spielformen der ethische, der praktische und der schwärmerische I. Phil. Lehre, nach der alles Wirkliche Idee ist. Auf diesem Grundsatz haben sich sehr versch. Bedeutungen des Begriffes aufgebaut. Mit dem Satz: esse est percipi (Sein ist Wahrgenommenwerden oder Vorgestelltsein) hat Berkeley eine Formulierung des I. gegeben. Metaphysisch ist der theoretische I. mit der Annahme, dass nur geistige Prinzipien das Wirkliche sind, dem Spiritualismus verwandt. Kant suchte mit seinem kritischen oder transzendentalen I. nicht nur die Dinge als bloße Erscheinungen von den «Dingen an sich» zu trennen, sondern stellte zugleich auch den Prozess des Erkennens über die a priori in uns vorhandenen anschaulichen und begrifflichen Formen der Ordnung der Empfindungen (Kategorienlehre) klar. Ggs. Materialismus.