Identität, kritische

 

(= k.I.), syn. Moratorium [engl. moratorium], [EW, PER], Jugendliche im Status einer k.I. weisen eine niedrige Ausprägung auf der Dimension Verpflichtung (Entschiedenheit) gegenüber i.-relevanten Werten auf, eine hohe hingegen auf der Dimension Exploration. Jugendliche mit einer k.I. sind wie Jugendliche mit einer diffusen Identität keinen klaren Werten verpflichtet. Sie sind jedoch aktiv auf der Suche nach Werten und deren Ausdruckweisen, was bei den Jugendlichen mit diffuser I. nicht zutrifft. Der Status der k.I. kennzeichnet somit die I. in aktiver Krise (Erikson, 1968, Entwicklung, psychosozialer Ansatz nach Erikson). Jugendliche mit einer k.I. sind sehr engagiert, aber ambivalent in ihren Freundschaften (ihre sozialen Beziehungen sind eher von kurzer Dauer), zu ihrer Berufsorientierung, gegenüber ihren Eltern etc. Sie sind wenig autoritätsorientiert, offen für Experimente und zeigen hohe Ängstlichkeit: Insgesamt haben sie wenig «Festes» im Ggs. zu Jugendlichen im Status der übernommenen Identität (Alsaker & Kroger, 2007), die wenig Ängstlichkeit zeigen. Wenn man Studierende mit werktätigen Jugendlichen vergleicht, so findet man, dass sich Studierende relativ häufiger im Status der k.I. befinden als ihre bereits arbeitenden Gleichaltrigen, die sich dafür häufiger im Status der erarbeiteten Identität befinden. Dieser Befund ist ein Indikator dafür, dass für Studierende der Druck zur Entschiedenheit – bes. im beruflichen Bereich – geringer ist (Flammer & Alsaker, 2002). Identitätsmodell von Marcia.

Referenzen und vertiefende Literatur

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