Identitätsstil

 

(= I.) [engl. identity style], [EW, PER], im Ggs. zu den Identitätsstatus, wie sie von Marcia beschrieben wurden (Identitätsmodell von Marcia) und in denen sowohl die Suche nach als auch die Entschiedenheit oder Verpflichtung gegenüber identitätsrelevanten Werten die Basis für die Kategorisierung bildeten, war für Berzonsky (2004) v. a. die Art und Weise, wie Jugendliche identitätsrelevante Information suchen, verarbeiten und entspr. Entscheidungen treffen, zentral. Es ist hier die Rede von indiv. Identitätsverarbeitungsstilen. Berzonsky unterscheidet zw. drei solchen I.: der informationsorientierte, der normative und der diffuse/vermeidende Verarbeitungsstil. Jugendliche mit einem informationsorientierten I. suchen aktiv nach identitätsrelevanter Information. Sie werden als selbstreflektiert, gewissenhaft, offen für neue Erfahrungen und problemorientiert bezeichnet. Jugendliche mit einem normativen I. orientieren sich eher an den Erwartungen von signifikanten Anderen. Sie sind gewissenhaft und zielstrebig, aber auch verschlossen gegenüber Informationen, die nicht mit ihren Werten übereinstimmen. Jugendliche mit einem eher diffusen/vermeidenden Stil tendieren dazu, Entscheidungen zu verschieben und vermeiden Identitätsfragen. Ihr Verhalten ist eher hedonistisch geprägt.

Der Grad der Entschiedenheit oder Verpflichtung gegenüber identitätsrelevanten Werten variiert in Abhängigkeit der Verarbeitungsstile. So ist die Parallelität des Identitätsverarbeitungsmodells von Berzonsky mit dem Modell des Identitätsstatus von Marcia trotz des ursprünglich versch. Fokus eindeutig vorhanden. Jugendliche, die sich in einem Status der erarbeiteten Identität oder der kritischen Identität in Marcias Terminologie befinden, entsprechen bei Berzonsky einem informationsorientierten Stil. Sie sind alle auf der Suche. Die übernommene Identität bei Marcia entspricht in vielem dem normativen Stil in Berzonskys Modell. Und der Status der difusen Identität entspricht mehrheitlich dem diffusen/vermeidenden Stil. Diese theoretische Konvergenz erhielt auch empirische Unterstützung (Schwartz et al., 2000). Bspw. hatten Jugendliche in einem erarbeiteten Identitätsstatus die höchsten und diejenigen in einem diffusen Status die tiefsten Werte bzgl. der möglichen Klassifizierung in einem informationsorientierten I.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.