Imitationstherapie

 

(= I.) [engl. imitation therapy; lat. imitare nachahmen], [KLI], Anwendung von Modellierungsprozeduren bei der Modifikation unangepasster Verhaltensweisen und bei der Erweiterung des Verhaltensrepertoires. Obwohl erste Ansätze zur Heranziehung von Nachahmungsvorgängen (Nachahmung) bei der Verhaltensmodifikation schon früh zu finden sind (Miller & Dollard, 1941), ist die I. erst aufgrund der Arbeiten von Bandura und seinen Mitarbeitern in den 1960er-Jahren (Beobachtungslernen) zu einem festen Bestandteil der Verhaltenstherapie geworden. Bei der I. beobachtet der Pat., wie ein Modell (in vivo oder im Film) die von ihm zu lernende Verhaltensweise ausführt. Auf diese Weise kommt der Pat. oft bald selbst in die Lage, die neue Verhaltensweise zeigen zu können. Anwendungsmöglichkeiten: (1) Erweiterung des Verhaltensrepertoires: Spracherwerb (Spracherlernen, Sprachentwicklung), Aufbau sozialer Verhaltensweisen, Erwerb motorischer Verhaltensweisen. (2) Elimination von inadäquaten Angstreaktionen (Angststörungen) durch stellvertretende Systematische Desensibilisierung (Gegenkonditionieren): Der Pat. hat Gelegenheit, ein Modell in zunehmend intensivem Kontakt mit dem von ihm gefürchteten Objekt zu betrachten. Meth. Variante: Kontaktdesensitivierung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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