Impedanzkardiografie (IKG)

 

[engl. impedance cardiography (ICG); lat. impedire hemmen, hindern; gr. καρδιά (kardia) Herz, γράφειν (graphein) schreiben], [BIO, DIA], Methode der kardiovaskulären Psychophysiologie zur Messung der Kardiodynamik (psychophysiologische Methodik, kardiovaskuläre Aktivität). Während das Elektrokardiogramm (EKG) lediglich die elektrokardiale Depolarisierung (und teilweise Repolarisierung) des Myokardiums abbildet, was keine Schlussfolgerungen über die mechanischen Aspekte des Blutauswurfs erlaubt, kann durch das IKG der Vorgang des Blutauswurfs indirekt und nicht invasiv beobachtet werden. Das Verfahren macht sich zunutze, dass Flüssigkeiten, Feststoffe und Gase unterschiedliche Leitfähigkeiten aufweisen, mit den höchsten Leitfähigkeiten für Flüssigkeiten und den geringsten für Gase. Innerhalb des kardialen Zyklus verringert sich durch den Blutauswurf die Leitfähigkeit im Thorax, da das Blut vom Thorax in die Peripherie strömt. Zur Erfassung dieser Schwankungen der Leitfähigkeit wird mit einer Elektrodenreihe oberhalb und unterhalb des Thorax eine Stromstärke von ca. 4 mA angelegt. In zwei Elektrodenreihen am oberen und unteren Ende des Thorax wird die Spannung gemessen, was nach Ohms Gesetz Rückschlüsse auf den Widerstand erlaubt. Da ein Wechselstrom angelegt wird (meistens zw. 50 und 500 kHz), spricht man vom Impedanz. Die erste Ableitung des Impedanzsignals (dZ/dt) bildet die Änderungen der Impedanz über die Zeit ab, was das ausschlaggebende Signal für die Bestimmung aller Parameter der IKG darstellt (Sherwood et al., 1990). Im Impedanzsignal werden zunächst der b-Punkt (Öffnung der Aortenklappe) und der x-Punkt (Veschluss der Aortenklappe) bestimmt. Diese Parameter beziehen sich entweder auf Zeitabschnitte, wie die Pre-Ejection Period (Abstand zw. Q-Zacke im EKG und b-Punkt) und die Left Ventricular Ejection Time (Abstand zw. b-Punkt und x-Punkt), oder auf y-Werte des Impedanzsignals, durch welche mithilfe von Annährungsformeln (Kubicek et al., 1966) das Schlagvolumen oder die Herzmin.leistung (Herzzeitvolumen) bestimmt werden können. Elektrodiagnostik.

Referenzen und vertiefende Literatur

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