Implementierungsintention

 

(= I.) [engl. implementation intentions; lat. intendere auf etw. achten, etw. anstreben] , syn. Handlungspläne, [EM, SOZ], das Formulieren von I. bezeichnet eine Strategie der Selbstregulation von zielgerichtetem Verhalten (bzw. kogn., emot.oder Aufmerksamkeitsreaktionen). Den Begriff I. prägte P. M. Gollwitzer (Gollwitzer, 1999), der I. den Zielintentionen (z. B. «Ich möchte Verhalten Y ausführen») unterordnet. Zielintentionen signalisieren den Abschluss von Zielsetzungsprozessen (Motivation; Rubikonmodell der Handlungsphasen). Ihre Umsetzung in Verhalten scheitert jedoch häufig trotz hoher Motivation, z. B. am Verpassen günstiger Gelegenheiten oder an Handlungskonflikten (Intentions-Verhaltens-Lücke). Das Formulieren von I. unterstützt die Zielrealisierung (Volition): Im Wenn-Dann-Format wird in I. eine zielführende Reaktion mental an Hinweisreize einer antizipierten Handlungssituation (z. B. Event, Zeit und/oder Ort) geknüpft, z. B. «Wenn Situation X auftritt, dann werde ich Verhaltensweise Y ausführen» (für Verhaltensinitiierung) oder «Wenn Situation X auftritt, dann werde ich Verhalten Z anstelle von Verhalten Y ausführen» (für die Unterdrückung oder Substitution unerwünschten Verhaltens). Als Resultat entstehen mentale Situations-Verhaltens-Assoziationen (Repräsentation). Unter der Voraussetzung von Zielintentionen werden diese Repräsentationen bei Auftreten der spezifizierten Hinweisreize (Situation) aktiviert und begünstigen u. a. das Identifizieren der Handlungssituation und eine fast automatisierte Verhaltensinitiierung. Da die Kontrolle über diese Initiierung durch die Situations-Verhaltens-Verknüpfung in I. absichtsvoll vom Individuum an Hinweisreize delegiert wird, spricht man auch vom strategischen Automatismus. Dieser Effekt von I. wird vermittelt über aufmerksamkeits-, wahrnehmungs- und gedächtnisspezif. Prozesse (Gollwitzer, 1999). Im Ergebnis wird in I. spezifiziertes Verhalten deutlich häufiger und schneller gezeigt. Metaanalysen bestätigen mittlere bis starke Effekte von I. auf die Zielerreichung über Effekte bloßer Zielintentionen hinaus (z. B. Gollwitzer & Sheeran, 2006). Handlungsplanung, Transtheoretisches Modell.

Verwendete Literatur

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