implizites Lernen

 

(= i. L.) [engl. implicit learning; lat. implicere verknüpfen, umschlingen], [KOG], i. L. beschreibt unabsichtliche Lernprozesse (Lernen, inzidentelles, Lernprozesse, nicht intentionale), bei denen Menschen nicht bewusst ist, dass sie Wissen erwerben (implizites Lernen, Mechanismen). Das erworbene Wissen kann unbewusst bleiben (z. B. nicht verbal berichtbar) und trotzdem Verhalten beeinflussen. In unserer Umwelt und unseren Handlungen gibt es viele Merkmale, die häufig gemeinsam oder in regelhafter Abfolge auftreten (Revans, 1999). Sie haben evtl. nie absichtlich darauf geachtet, welche Position das rote Licht an einer Ampel hat, dennoch haben sie Wissen darüber gesammelt (rot = oben).

Die Erfassungsmethoden sind vielfältig (implizites Lernen, Operationalisierung). Ein typischer Versuchsaufbau ist die serielle Reaktionsaufgabe (Lernen, serielles). Pbn wird erläutert, auf welchen von vier Reizen schnellstmöglich mit welcher von vier Tasten reagiert werden soll. Die Aufgabe ist leicht lösbar. Es werden mehrere hundert Durchgänge innerhalb von einer Std. absolviert. Reize und Antworten folgen einer sich ständig wiederholenden Sequenz (z. B. Bildschirmpositionen 1, 2, 1, 4, 2, 3, 4, 1, 3, 2, 4, 3). Pbn werden darüber nicht informiert. Lernen ist nicht notwendig, um die Aufgabe zu absolvieren. Trotzdem wird Wissen über die Sequenz erworben. Das lässt sich z. B. an Reaktionsverlangsamungen zeigen, wenn nach hunderten Übungsdurchgängen auf eine andere Sequenz gewechselt wird. Die Verlangsamung zeigt an, dass implizit gelernt wurde. Denn sie tritt auch auf, wenn Pbn weder beschreiben können, dass sie etwas gelernt haben, noch was sie gelernt haben.

Referenzen und vertiefende Literatur

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