implizites Lernen, Mechanismen

 

[engl. implicit learning, mechanisms], [KOG], es wird angenommen, dass implizites Lernen (= i. L.), wie von Hebb vorgeschlagen (Hebb’sches Prinzip), auf der Verknüpfung von gleichzeitig aktiven Inhalten beruht. Wenn Teile von Abfolgen bzw. kovariierende Merkmale gleichzeitig im Arbeitsgedächtnis repräsentiert sind, werden die Assoziationen zw. diesen Inhalten im Langzeitgedächtnis gestärkt.

Es konnte gezeigt werden, dass i. L. insofern automatisch ist, als dass sich weder das Lernen, noch der Abruf des Wissens willentlich steuern lässt (z. B. bei Phobien). Eine weitere wichtige Frage ist, ob/welche Form von Aufmerksamkeit i. L. benötigt. In Experimenten zu i. L. unter Doppelaufgabenbelastung (Multitasking) wurde untersucht, ob i. L. in gleichem oder vermindertem Umfang stattfindet, wenn Aufmerksamkeitsressourcen (Aufmerksamkeitsumfang) durch eine Zweitaufgabe belegt sind. Die Ergebnisse machen deutlich, dass in dem Fall i. L. durchaus unvermindert stattfinden kann – allerdings führt die Belastung durch die Zweitaufgabe oft dazu, dass sich das Wissen im Verhalten nicht äußert. Das tut es z. T. erst, wenn die Zweitaufgabe weggelassen wird (latentes Lernen). Alternativ zu der Rolle von Aufmerksamkeitsressourcen wird auch die Rolle von selektiver Aufmerksamkeit untersucht. Dabei wird geprüft, ob i. L. v. a. die beachteten Merkmale der Aufgabe betrifft. Dies scheint der Fall zu sein. Bspw. lernen Vpn, denen die Zuordnung von grauen Symbolen zu Farb-Tasten anhand der Farbe der Tasten erläutert worden ist (z. B. Quadrat → grüne Taste drücken, Fünfeck → gelbe Taste drücken) implizit die Farbreihenfolge der sich ständig wiederholenden Sequenz. Pbn, denen die gleiche Zuordnung von Stimuli zu Tasten anhand der Position der Tasten erläutert wird, lernen keine Tasten-Farbsequenz, sondern nur die Tasten-Positionssequenz.