implizites Lernen, Operationalisierung

 

[engl. implicit learning, operationalization]. [KOG], implizites Lernen (= i. L.) wird durch eine Kombination von direkten und indirekten Wissenstests festgestellt. Wenn Menschen implizites Wissen über die Struktur des Lernmaterials erworben haben, dann sollten sie bspw. schneller und korrekter weiteres Material bearbeiten können, das eine ähnliche Struktur aufweist (im Vergleich zu Material mit einer unähnlichen Struktur). Das Lernen ist implizit, weil es unabsichtlich und ohne Wissen darum, dass gelernt wird, abläuft. Es ist ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der Beschäftigung mit einer Aufgabe, die unerwähnte Strukturen enthält. Zudem ist das erworbene Wissen in direkten Wissenstests meist nicht zugänglich. Während die Verhaltensmaße zeigen, dass Wissen erworben wurde, kann dieses auf direkte Nachfrage hin meist nicht verbal beschrieben werden. Oft können Menschen auch nicht absichtlich verhindern, dass das erworbene Wissen ihr Verhalten beeinflusst.

I. L. wird mit versch. Strukturen untersucht: z. B. mit festen Abfolgen von Reizen und Reaktionen (implicit sequence learning), nach einer künstlichen Grammatik generierten Buchstaben, Tönen oder Bildern (artificial grammar learning), festen Beziehungen zw. (1) der Verteilung von Ablenkreizen in einem Suchdisplay und (2) der Position des Zielreizes (contextual cueing), komplexen math. Verknüpfungen in einer simulierten Kontrollaufgabe (complex systems control) sowie dem gemeinsamen Auftreten von Ausprägungen von relevanten (Ampelfarbe = rot) und irrelevanten Merkmalen (Position des Ampellichtes = oben; implicit covariance learning).