Imponiergehabe, -gebaren

 

(= I.), [KOG, SOZ], auch Imponierverhalten [engl. imposing behavior, overawing], Ausdrucksbewegung mit Signalfunktion. Als I. wird in der Verhaltensforschung ein (meist angeb.) Droh- und Lockverhalten bez., das bei rivalisierenden Geschlechtsgenossen eine einschüchternde und auf das andere Geschlecht anziehende Wirkung auszuüben vermag. Fische z. B. können durch Spreizen der Flossen und Farbänderung des Körpers dem Rivalen Kampfintention (Kommentkampf) und dem Geschlechtspartner Paarungsbereitschaft (Balzverhalten) signalisieren. Je nach Stärke des gleichzeitig aktivierten Angriffs- und Fluchttriebes zeigt die Lachmöwe versch. Imponierhaltungen. Das Imponieren ist bei vielen Tieren zugleich ein wichtiges äußeres Geschlechtsmerkmal. Drohverhalten (Imponieren) wirkt wie reines Angriffsverhalten distanzvergrößernd. Es kann wie dieses Gegenaggression auslösen (provozierende Wirkung) oder Flucht (demoralisierende Wirkung). Unterlegene Tiere zeigen oft Signalhaltungen, deren Aufgabe darin besteht, die Aggressionsbereitschaft des Gegners zu vermindern. Solche Verhaltensweisen werden als Beschwichtigungs- oder Befriedungshandlungen (Beschwichtigungsgebärde) oder auch als Demutstellungen bez.

Auch beim Menschen findet sich das I. bei versch. Völkern in recht ähnlicher Weise. Solche Beeindruckung wird erreicht durch aufrechte Haltung, grimmiges Gesicht und häufig mit künstlicher Betonung der Körpergröße und der Schulterbreite: Die einen setzen sich Federkronen aufs Haupt, die anderen Bärenfellmützen oder Hüte, man prunkt mit Waffen oder bunter Tracht (Eibl-Eibesfeld, 1997). Im Alltagssprachgebrauch werden auch ritualisierte menschliche Verhaltensweisen (insbes. von Männern) als Imponierverhalten oder I. bez., die beim Gegenüber eine beeindruckende Wirkung erzielen sollen: wie bspw. dreistes – vermeintlich mutiges – Verhalten und das Protzen mit prestigeträchtigen Statussymbolen. Die so gezeigte Zugehörigkeit zu einer best. Sozialschicht (sozialer Status) erfüllt den gleichen Zweck wie körpersprachliches Verhalten.

Verwendete Literatur

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