Impulskontrolle, Impulskontrollstörung

 

[engl. impulse control (disorder)], [KLI], Impulskontrolle (= I.) bezeichnet die Fähigkeit, nicht impulsiv (d.h. ohne Rücksicht auf Konsequenzen) zu handeln; Impulskontrollstörungen äußern sich daher in der (zumindest zeitweisen) Unfähigkeit, Handlungen (Handlung) vorauszuplanen und ihre Folgen abzuschätzen (Planen, Handlungsplanung). Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 (International Classification of Diseases (ICD), Dilling et al. 2011) wird charakterisiert als «Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, impulsiv zu handeln ohne Berücksichtigung von Konsequenzen, und mit wechselnder, instabiler Stimmung». Die Autoren präzisieren: «Die Fähigkeit, vorauszuplanen, ist gering und Ausbrüche intensiven Ärgers (Ärger) können zu oft gewalttätigem und explosiblem Verhalten führen; dieses Verhalten wird leicht ausgelöst, wenn von anderen impulsive Handlungen kritisiert oder behindert werden». Bei der Unterform des impulsiven Typs sind die wesentlichen Charakterzüge «emotionale Instabilität und I.». Beim Borderline-Typ (Borderline-Störung) kommen weitere Symptome hinzu, so Unklarheit bzgl. des eigenen Selbstbilds (Selbstbild), der Ziele und der inneren Präferenzen.

I.störungen werden in recht vager Weise mit einer Dysfunktion im serotonergen System (Serotonin, serotonerges System) in Verbindung gebracht (wahrscheinlich eher mit einer Minderaktivität oder ungenügender Ansprechbarkeit von Rezeptoren). Tatsächlich zeigen sich nach Gabe von spezifisch auf den Serotoninhaushalt wirkender Antidepressiva (d.h. SSRI) zuweilen Besserungen; auch Neuroleptika dürften zumindest in Einzelfällen bei Impulskontrollstörungen wirksam zu sein.

Referenzen und vertiefende Literatur

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