Individuationstheorie

 

(= I.) [engl. individuation theory], [EW, PER, SOZ], in seiner I. postuliert der Psychoanalytiker Peter Blos einen das Jugendalter (Adoleszenz) prägenden Prozess einer emot. Ablösung der Kinder von den Eltern. Das Konzept der sekundären Individuation wurde formuliert in Anlehnung an den Begriff der frühkindlichen Individuation, der Auflösung der Mutter-Kind-Symbiose, bei Margaret Mahler. Es steht im Zentrum von Blos’ theoretischem, fünf Phasen differenzierendem Modell der Entwicklung im Jugendalter. Während die Auflösung kindlicher Abhängigkeiten im Jugendalter mit äußeren Konflikten (Konflikt, sozialer) zw. Eltern und Kindern einhergehen kann, sind diese jedoch für einen erfolgreichen Individuationsprozess nicht unabdingbar. Eine erfolgreiche Ablösung wird als wichtige Voraussetzung für den Übergang zum Erwachsenenalter betrachtet. Die nicht zuletzt über klin. Einblicke entwickelte Sichtweise konnte inzwischen akkumulierte empirische Ergebnisse nur schlecht integrieren, hat jedoch neuere theoretische Formulierungen des Beziehungswandels während der Jugendjahre von Söhnen und Töchtern maßgeblich beeinflusst.