Induktion

 

(= I.) [engl. induction; lat. inducere einführen, herbeiführen, veranlassen], [FSE, KOG, PHI], Terminus für sehr versch. einzelwiss. Begriffe. (1) Physik: Entstehung einer elektrischen Spannung in einer geschlossenen Leiterschleife bei Änderung der magnetischen Durchflutung. (2) Genetik: Auslösen der Verwirklichung genetischer Information, z. B. induziert Licht die Bildung von Blattgrün. (3) Vererbungslehre: Nachwirkungen von Modifikationen in der Elterngeneration auf die folg. Generation. (4) Psychopathologie: seelische Beeinflussung durch Suggestion (Induktionskrankheiten). (5) Mathematik: vollst. I.: Lässt sich ein Satz für die Zahl 1, eine beliebige natürliche Zahl n und n + 1 beweisen, so gilt er für alle natürlichen Zahlen. Logisch ist die vollst. I. ein deduktiver Schluss, da sie die Bildungsgesetze der natürlichen Zahlen (Peano-Axiome) als Obersatz verwendet. (6) Logik: wahrheitskonservierender Erweiterungsschluss, d. h. Schluss von beobachteten Gegebenheiten auf die potenziell unendliche Menge nicht beobachteter gleichartiger Gegebenheiten, also von Besonderem auf Allgemeines oder von Beobachtungen auf Gesetzmäßigkeiten. I.schlüsse lassen sich nicht mit einem mechanisch anwendbaren Regelsystem wie dem der deduktiven Logik (Deduktion) begründen oder beweisen.

Das führt auf das I.problem der Erfahrungswissenschaften: Wie können – wenn nicht logisch – wiss. Allgemeinaussagen gewonnen und ihre Geltung begründet werden? Während der logische Empirismus die Realwissenschaften als induktive Wissenschaften verstand und induktive Methoden zu entwickeln suchte, ist heute Poppers (Popper, 1966) Lösung der Theoriegewinnung durch kreative, intuitive Verallgemeinerung und der Theorieprüfung durch Vergleich deduktiver Folgerungen mit Erfahrungsdaten weithin anerkannt. Aussagen, wissenschaftliche, Forschungsprozess, Schlussprozesse.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.