Informationspsychologie

 

(= I.) [engl. information psychology], [KOG, MD], ist ein Fachgebiet der Ps., in dem die Wechselwirkungen zw. dem Mensch und den ihn umgebenden Informationen erforscht werden. Der Mensch wird dabei zum einen in Anlehnung an die Informationstheorie als Empfänger einer begrenzten Anzahl von Informationen verstanden, die er über die ihm zur Verfügung stehenden Sinne (= Kanäle) aufnimmt und verarbeitet (= Mensch als informationsverarbeitendes «System»; Informationsverarbeitungssystem). Die Informationen werden von einem i. d. R. technischen Medium ausgesendet. Weiter gefasst kann die gesamte Umwelt des Menschen als «Sender» von Informationen verstanden werden. Zum anderen geht es in der I. um die Interaktion des Menschen mit den ihm zu einem best. Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Medien (i. w. S. um die ihn umgebende Umwelt; Medienrezeption, Medienwirkungen), um sich bspw. zu informieren oder wie bei der Bedienung des Cockpits eines Flugzeuges mit einem technischen System zu interagieren (Mensch-Computer-Interaktion). Diese Medien und technischen Systeme sind zunehmend mit künstlicher Intelligenz ausgestattet – nicht zuletzt, um dem Menschden den Umgang mit dem jew. Medium zu vereinfachen.

Im Fokus stehen die menschliche Informationsaufnahme, also Prozesse der Aufmerksamkeit oder der Wahrnehmung, die Informationsverarbeitung wie das Verstehen und Interpretieren von Informationen (Denken, Problemlösen, Urteilen oder Entscheiden) sowie Lernen, der Erwerb von Wissen (Wissenserwerb) und das Speichern und Abrufen von Informationen (Gedächtnis) und die damit verbundenen Limitierungen. Emotionen und Motivation sind dabei v. a. begleitende Einflussfaktoren.

Im Unterschied zu inhaltlich ähnlichen Fachbereichen wie der Allgemeinen Ps. oder der Kognitionsps. werden die Erkenntnisse der Forschung aus der I. bei der nutzerzentrierten Gestaltung von Informationen, Informationsmedien und -angeboten (Informationsdesign) oder bei der an einem Arbeitsplatz eingesetzten Technik angewendet (Usability bzw. Nutzerfreundlichkeit, Systemgestaltung). In diesem Bereich bestehen enge Bezüge u. a. zur Ingenieurps., zur Luftfahrtps., zur Arbeitsps. oder zur Ergonomie. Um zu wiss. Erkenntnissen und anwendungsbezogenen Ergebnissen zu gelangen, wird in vielen Fällen interdisziplinär zus.gearbeitet.

Referenzen und vertiefende Literatur

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