Informationsverarbeitungssystem

 

(= I.) [engl. information processing system], [KOG], ein I. muss mind. aus einem Speicher und einem Prozessor als Elementarkomponente bestehen. Damit seien die notwendigen und hinreichenden Mittel gegeben, um Intelligenz zu erzeugen bzw. zu simulieren, behaupteten Newell & Simon (1972). Heute ist Information ein alltäglicher Begriff. Es scheint naheliegend, das mentale System des Menschen als I. aufzufassen. Die Ps. hat sich jedoch in früheren Epochen anderer (oft der Physik der Zeit entlehnter) Metaphern bedient (Computermetapher). Zudem ist zu beachten, dass neben einer informellen Auffassung von Information (Inhalt von Text o. ä.) die eingegrenzte Sicht vorkommt. Nach dieser ist Information das Ausmaß an Sicherheit über das Eintreten von einem Ereignis. Psych. Prozesse werden im I. als Rechenprozesse aufgefasst. Diese bestehen entweder in der Manipulation von Symbolen in einem Regelwerk oder lassen sich durch sie nachbilden. So hat bspw. Dörner (1999) zuspitzend formuliert, Liebe sei nichts weiter als eine Abfolge von Einsen und Nullen. In einer Erwiderung wies Metzinger (1999) darauf hin, dass nicht nur psych. Prozesse mit Zahlen und Algorithmen beschreibbar seien, sondern auch physische, bspw. der Regenbogen, dass die Nullen und Einsen aber nicht unbedingt den Kern der Prozesse träfen. Gallistel & King (2009) argumentieren, dass bspw. auch Ameisen und Bienen, ähnlich wie Computer, symbolische Information auslesen, manipulieren und speichern. Auch das Verhalten dieser Tiere lässt sich als Resultat von Berechnunsprozessen konzeptualisieren (z. B. Berechung der Himmelsrichtung aus dem Sonnenstand; Berechnung des kürzesten Rückweges nach erfolgreicher Futtersuche). Die physikal. Grundlage dieser Speicher- und Rechenprozesse wird in der Forschung spezifiziert und mit mechanischen Analogien veranschaulicht [http://woodgears.ca/marbleadd/]. Als informationsverarbeitende Systeme gelten auch systemwiss. Darstellungen sozialer Akteure (Individuen, Kleingruppen, Kollektive oder Organisationen) unter Berücksichtigung der in ihnen erfolgenden Entscheidungen und Problemlösungen. Die Kleingruppe ist – anders als das Individuum – fähig, Informationen nicht nur sequenziell, sondern auch parallel zu verarbeiten. Bei Organisationen als informationsverarbeitende Systeme sind die formelle Kommunikation und die Struktur von Kommunikationskanälen von bes. Interesse.

Referenzen und vertiefende Literatur

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