Instinkt

 

(= I.) [engl. instinct; lat. instiguere anstacheln, antreiben], [KOG, PER], Bez. für die bis in die Antike reichende Annahme eines angeborenen Verhaltens bzw. einer grundlegenden Steuerung (endogene Automatismen) desselben im Tierreich (Instinkttheorie). C. Darwin verstand unter «Instinkthandlungen» Verhaltensweisen, die vollkommen ohne Erfahrung schon beim erstmaligen Ausführen beherrscht werden.

Die seit den 1930er-Jahren aus der Tierps. hervorgegangene Ethologie sah es als eines ihrer wesentlichen Forschungsziele an, die äußerlich sichtbaren Auswirkungen von I. zu untersuchen. Heute vermeiden die Ps. und die Verhaltensbiologie weitgehend diesen nie eindeutig definierten Begriff und ersetzen ihn durch «angeborenes Verhalten». I. spielen allenfalls noch als Metapher für funktionale Zusammenhänge eine Rolle, deren physiol. Grundlagen noch nicht geklärt sind. So definierte der Ethologe N. Tinbergen (1951) I. als einen «hierarchisch organisierten nervösen Mechanismus, der auf best. innere und äußere, vorwarnende, auslösende und richtende Impulse anspricht und sie mit koordinierten, lebens- und arterhaltenden Bewegungen beantwortet»: also ein komplexes System aus Schlüsselreizen (Schlüsselreiz), hierdurch verursachten inneren Zustandsänderungen (Auslösemechanismus, «AAM») und nachfolgenden Verhaltensweisen, was heute besser auch als Erbkoordination bez. wird.

Referenzen und vertiefende Literatur

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