Institution

 

(= I.) [engl. institution; lat. instituere einrichten, organisieren], [SOZ], soziologischer Begriff für ziemlich versch. Systeme kult. Werte und Verhaltensnormen (Normen, soziale), die Probleme des Zusammenlebens regeln; daher oft ähnlich wie Sitte oder Brauch benutzt. So geregelte Probleme sind z. B. die Güterverteilung (Marktformen), Erziehung oder Regelungen wie das Gastrecht oder versch. Herrschaftsformen. I. ist hier ein abstraktes Normensystem. Daneben ist sie auch ein spezifisches Gebilde, wie ein Verein, eine Regierung oder Gefängnis, Universität etc. Letztere werden behavior settings genannt, wenn nur die entspr. ökologischen Gegebenheiten gemeint sind. Beide Formen der I. induzieren institutionalisiertes Verhalten (F.H. Allport, 1933). J-Kurvenhypothese. I. ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer aus Personen bestehenden Organisation, sondern sie ist ein System von Sinnzusammenhängen, dem kult. Geltung zukommt und das durch Recht und Sitte gestützt wird. I. sind für die Entstehung einer Kultur von großer Bedeutung, sie neigen aber mit der Zeit zur Erstarrung. Der Begriff wurde von G.W. Allport (1968) als modern verkleideter Nachkomme der «Gruppenseele» (group mind) angesehen.

Verwendete Literatur

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