instruktionale Erklärungen

 

(= i. E.) [engl. instructional explanations], [PÄD], Erklärungen, die in Lehr-Lern-Kontexten gegeben werden, um das Wissen oder Verstehen der Lernenden zu erweitern, werden i. E. genannt. Wenn von i. E. gesprochen wird, meint das i. d. R. nicht längere expositorische Texte (Lehrtexte), sondern kürzere Darlegungen einer Lehrkraft, eines Tutors oder eines Lernprogramms zu einer implizit oder explizit aufkommenden Frage. Z. B. kann eine i. E. die Begründung für einen Lösungsschritt in der Mathematik beinhalten oder den Vorteil von schwarz-gelben Streifen für Schwebfliegen darlegen, indem ein allg. Prinzip herangezogen wird (Mimikry). Obwohl i. E. ein ubiquitäres Element in Lehr-Lern-Kontexten darstellen, zeigen kontrollierte Untersuchungen, dass i. E. oftmals keine lernförderlichen Effekte haben und vielfach weniger produktiv sind als Alternativen (z. B. die Lernenden aufzufordern, sich selbst etwas zu erklären; Selbsterklärungen). Bei kooperativen Lernformen (Lernen, kooperatives) zeigt sich z. B., dass v. a. diejenigen Lernenden von Erklärungen bei der Gruppenarbeit profitieren, die sie geben; diejenigen, die die Erklärungen bekommen, profitieren nur unter spez. Umständen davon. Die fehlende oder eingeschränkte Wirkung von i. E. kann an einer Vielzahl von Faktoren liegen. Von besonderer Bedeutung sind die beiden folg. Defizite: (1) Die i. E. sind oft nicht an das Vorwissen der Lernenden angepasst, sodass sie etwas bereits Bekanntes oder aber nicht Verstehbares darlegen. (2) Die i. E. werden, selbst wenn sie vorwissensangepasst sind, oft von den Rezipienten nur «angehört», aber nicht weitergehend genutzt, um eigene Verständnislücken zu schließen oder anstehende Probleme zu lösen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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