Intelligenzminderung, Psychotherapie

 

(= I.) [engl. intellectual disabilities, psychotherapy], [KLI], eine frühe psychotherap. Intervention bein Intelligenzminderung (= I.) zielt zunächst grundsätzlich auf eine Entwicklungsförderung, d. h. auf Maßnahmen, die auf eine Beschleunigung des Entwicklungstempos hinwirken. Hierfür eignen sich intensive allg. Interventionen wie die interdisziplinäre Frühförderung, die in der kindzentrierten Behandlung zumeist Elemente der päd. Förderung aufgreift und an mehreren Entwicklungsbereichen gleichzeitig ansetzt. Treten spezif. Beeinträchtigungen in den Vordergrund, kann durch eine gezielte Therapie wie bspw. Physio-, Ergotherapie oder Sprachtherapie auf die Harmonisierung des Entwicklungsstatus hingewirkt werden. Dabei hat es sich als bes. sinnvoll erwiesen, die familiär-häuslichen Ressourcen (Ressourcenorientierung) zu nutzen und die Eltern zunächst in die Förderarbeit einzubeziehen und, falls möglich, Therapieelemente zunehmend bis vollst. an die Eltern zu delegieren. Zeigt eine Entwicklungsförderung nur noch wenig Erfolg, können dem Kind kompensierende Strategien zur Bewältigung von Alltagsanforderungen vermittelt werden. Wichtige Elemente stellen dabei die Vermittlung eines ruhigen, ausdauernden Problemlöse- und Arbeitsverhaltens sowie Hilfen zur strukturierten Handlungsplanung und -ausführung dar (vgl. Hasmann et al., 2015). Liegen schwere Formen fremd- oder selbstgefährdenden Verhaltens (z. B. selbstverletzendes Verhalten) vor, können akute, zumeist zeitlich beschränkte physische Schutzmaßnahmen notwendig werden. Eine Psychotherapie i. e. S. zielt häufig auf den Verhaltensbereich, bspw. auf die Wahrnehmung und Bewertung sozialer Situationen sowie die Steuerung sozialer Verhaltensweisen. Personen mit einer I. erlangen häufig im Schulalter ausreichende kogn. Fähigkeiten, um z. B. verhaltenstherap. Trainings (Verhaltenstherapie) für jüngere Kinder erfolgreich zu absolvieren. Ergänzend können Eltern Erziehungstechniken, insbes. die Techniken kontingenten Verstärkungsverhaltens (operante Konditionierungsmethoden), vermittelt werden (vgl. Göpel & Schmidt, 2009).

Verwendete Literatur

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