Interdependenztheorie

 

(= I.) [engl. theory of social interdependence; lat. inter zwischen, dependere voneinander abhängen], syn. Theorie sozialer Interdependenz (Kelley & Thibaut, 1978), [SOZ], zählt zu den Theorien des sozialen Austauschs und beschreibt als eine der fundamentalen sozialpsychol. Theorien intra- und interpersonelle Prozesse im Kontext sozialer Interaktionen. I. identifiziert die wichtigsten Eigenschaften interpersonaler Situationen mittels umfassender Analysen ihrer Interdependenzstruktur und beschreibt die Auswirkungen der strukturellen Merkmale auf interpersonelle und intrapersonelle Prozesse, wie z. B. Motiv, Kognition, Affekt, Verhalten, Motivationstransformation (Motivation), Adaptation, KommunikationAttribuierung und Selbstpräsentation. Eine zentrale Annahme der I. ist, dass Individuen grundsätzlich bestrebt sind, ihre Ergebnisse zu maximieren. Das subj. erlebte Ergebnis einer Interaktion ist das Resultat des Vergleichs von Belohnungen (pos. Konsequenzen der Interaktion; Belohnung) und Kosten (neg. Konsequenzen der Interaktion). Der Vergleich des Ergebnisses mit den eigenen Erwartungen (Vergleichsniveau, (comparison level, CL)), ergibt das Ausmaß der Zufriedenheit mit der Interaktion; der Vergleich des Ergebnisses mit dem antizipierten Ergebnis der besten zur Verfügung stehenden Alternative (Vergleichsniveau für Alternativen, (comparison level for alternatives, CLalt)) ergibt das Ausmaß der Abhängigkeit vom Interaktionspartner, um möglichst gute Ergebnisse zu erhalten. Die I. beschreibt nicht nur, warum größere Zufriedenheit und Abhängigkeit zur Wiederholung von Interaktionen führen, sondern auch Mechanismen, die u. a. erklären, weshalb Personen nicht zufriedenstellende Interaktionen wiederholen oder von der Verfolgung unmittelbarer Eigeninteressen absehen (Motivationstransformation; MaxJoint, MaxJoint, MinDiff). Interdependenztheoret. Annahmen und Prinzipien dienten und dienen der wiss. Auseinandersetzung mit den Themen Macht, soziale Regeln und soziale Normen, Koordination und Kooperation, Vertrauen, Liebe und Commitment, Konflikt und Kommunikation, Risikoverhalten und Selbstregulation u. v. m.

Referenzen und vertiefende Literatur

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