Interdisziplinärität

 

(= I.) [engl. interdisciplinarity; lat. inter zw.], [GES, KLI], bez. die gemeinsame Arbeit von Experten aus unterschiedlichen Disziplinen an einer wiss. Frage- bzw. Problemstellung. Def., Begriffe, Methoden und Instrumente werden mit der Erwartungshaltung aufeinander abgestimmt, Ergebnisse zu erzielen, die über das rein disziplinär Erzielbare hinausgehen. Von der I. abzugrenzen ist die Multidisziplinarität. In einem multidisziplinären Kontext arbeiten Experten aus unterschiedlichen Disziplinen nicht gemeinsam, sondern vielmehr nebeneinander an einer wiss. Fragestellung. Im Vergleich zu einer interdisziplinären erfordert eine multidisziplinäre Arbeitsweise keine inhaltliche Kooperation oder Vernetzung unter den Disziplinen. Ebenfalls von dem Begriff der I. abzugrenzen ist der Begriff der Transdisziplinarität. Während I. eine konkrete Zus.arbeit auf Zeit bedeutet, ist mit Transdisziplinarität eine andauernde, enge Kooperation der Disziplinen gemeint, die bis hin zu der Entwicklung einer neuen Disziplin reichen kann (Jungert et al., 2010). Im Gesundheitswesen wird zunehmend interdisziplinär gedacht und geforscht. So sind integrative Paradigmen zur Ätiologie psych. Krankheiten wie das Diathese-Stress-Modell (Vulnerabilitäts-Stress-Modell; Krankheitsmodelle) heute weitverbreitet und unter Psychologen und Medizinern allg. akzeptiert. Entspr. diesem Wandel haben sich aus der Klin. Ps. auch Teildisziplinen entwickelt, die selbst im interdisziplinären Kontext stehen (z. B. Versorgungsforschung). Bsp.: Verhaltensmedizin ist die Anwendung verhaltenstherap. Techniken (Verhaltenstherapie) im med. Kontext. Im Fokus der verhaltensmed. Forschung stehen Zus.hänge zw. biol., psychol. und sozialen Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung körperlicher Erkrankungen und Funktionsstörungen (Ehlert, 2003).

Verwendete Literatur

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