interkulturelles Management

 

(= interkult. M.) [engl. intercultural learning], [AO, SOZ], in Konzernen mit Tochterunternehmen in versch. Ländern arbeiten Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft und Religion zus. Auch in Ländern mit vielen Migranten gibt es nationale Unternehmen, in denen Menschen aus vielen Ursprungsländern tätig sind. Sie werden pluri-, multi- oder interkult. zusammengesetzte Organisationen genannt. Durch die kult. Unterschiede können in der Kommunikation und Zusammenarbeit Missverständnisse oder Konflikte entstehen, die zu Einbußen in der Effizienz und Effektivität führen. Andererseits werden plurikult. Gruppen, die lernen, sich gegenseitig besser zu verstehen und neue Wege der Zusammenarbeit zu finden, auch als Chance für Innovationen in Organisationenund für Erfolge auf internationalen Märkten gesehen. Das Management multikult. Gruppen und Organisationen, verbunden mit einer Förderung pos. interkult. Beziehungen und einer Verbesserung der Zusammenarbeit ist eine neue Managementaufgabe und wird als interkult. M. bez. Allg. formuliert umfasst es das Managen von Arbeitskontexten und -situationen, in denen Personen mit versch. kult. Orientierungssysteme (Kulturstandards) zusammenarbeiten. Typische Aufgabengebiete in diesem Zusammenhang sind bspw. das Managen plurikult. O. oder divergent zusammengesetzter Arbeitsgruppen in internat. Projekten innerhalb einer Organisation oder das Management durch einen Expatriat (Auslandsentsandter) und die Betreuung ausländischer Partnerorganisationen. Hier wird die inhaltliche Differenziertheit des Begriffs deutlich: Abhängig von der Art der Aufgabe variieren die mit dem interkult. M. verbundenen Anforderungen. So stellt das Managen einer plurikult. Arbeitsgruppe durchaus andere Ansprüche an eine Führungskraft als die Tätigkeit als Expatriat (Stumpf, 2005). Als Voraussetzung für interkult. M. werden zusätzlich zu sozialen Kompetenzen spez. interkult. Kompetenzen und kulturangepasste Führungsstile gefordert, wobei zentrale Komponenten interkult. Kompetenz, wie Empathiefähigkeit, der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme und kommunikative Fähigkeiten gleichzeitig Kernelemente sozialer Kompetenz darstellen. Im Unterschied zur sozialen Kompetenz beinhaltet allerdings interkulturelle Kompetenz zudem das Wissen um kulturspezif. Werte und Normen eigener und fremder Kultur(en) sowie Ambiguitätstoleranz als eine Fähigkeit, Mehrdeutigkeit, Verunsicherung und «Nicht-Wissen» (als typische Merkmale interkult. Begegnungssituationen) auszuhalten. Zur Aus- und Weiterbildung werden u. a. interkult. Sensibilisierungstrainings eingesetzt (interkulturelles Training). Dabei werden typische interkult. konflikthaltige Begegnungsepisoden (erhoben mit der Critical Incident Technique) analysiert und mit Rollenspielübungen alternatives Verhalten erlernt. Erforderlich erscheinen in diesem Feld komplexe Strategien der Personalentwicklung, welche die Begrenzungen vorliegender Modelle und Forschungen zum interkult. M. erweitern (Martín Alcázar et al., 2013).  Diversität in Teams und Organisationeninterkulturelle Kommunikation, Interkulturelle Psychologie, interkulturelles Lernen.

Verwendete Literatur

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