interpersonelle Kontamination

 

(= i. K.) [engl. interpersonal contamination; lat. contaminare verderben, entweihen], [EM], das Konzept der i. K. bzw. des interpersonellen Ekels bezieht sich auf die Vorstellung, dass es durch den Kontakt mit anstößigen Personen auf körperlicher oder auch symbolischer Ebene zur Übertragung deren unerwünschter Eigenschaften auf die eigene Person bzw. auf die eigene Bezugsgruppe kommen kann. Dieser Ekeltypus hat die Funktion, Distanzierung, Vermeidung bzw. Abgrenzung zu initiieren, um damit soziale Systeme bzw. deren Regeln und soziale Normen zu sichern. I. Ekel wird z. B. darin deutlich, wenn wir es als widerlich empfinden, müssten wir den zuvor desinfizierten Pullover von Adolf Hitler anziehen. I. K.befürchtungen gehen damit über die bloße Angst vor Ansteckung durch Krankheitserreger hinaus, die für den Basisekel relevant ist. Sie beeinflussen Gruppeneinstellungen, wie sie im Bereich der Religion, Politik und Rechtsprechung zu finden sind, und führen u. U. zu Vorurteilen.

Verwendete Literatur

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