Interview, situatives

 

(= s. I.) [engl. situational interview], [AO, DIA], ist eine spezif. Form eines strukturierten Einstellungsinterviews, das in der Personalauswahl eingesetzt werden kann. Im deutschen Sprachraum wird es auch als eine Komponente eines multimodalen Einstellungsinterviews verwendet. Das s. I. wurde 1980 von Latham et al. erstmals vorgestellt. Die einzelnen Fragen im s. I. (meist 5 bis 15) beschreiben jew. hypothetische erfolgskritische Arbeitssituationen, und die Bewerber werden gefragt, wie sie sich in diesen Situationen verhalten würden. Die Arbeitssituationen werden vorher i. R. einer Anforderungsanalyse mittels der critical incident technique ermittelt. Die Bewertung der Antworten erfolgt anhand von Skalen mit vorgegebenen Bsp.antworten oder Verhaltensankern (verhaltensverankerte Skala). Als theoretische Grundlage des s. I. wird die Zielsetzungstheorie herangezogen, die u. a. annimmt, dass Verhaltensintentionen zu tatsächlichem Verhalten führen. Für das s. I. wird dabei angenommen, dass die Antworten der Bewerber Verhaltensintentionen darstellen. Durch das strukturierte Vorgehen und den klaren Tätigkeitsbezug weist das s. I. eine gute Reliabilität und Validität auf. So berichten einschlägige Metaanalysen Interraterreliabilitäten von ,79 (Beurteilerübereinstimmung) und Kriteriumsvaliditäten bzgl. der Vorhersage von beruflicher Leistung von ca. ,45 (korrigiert für Varianzeinschränkung bzgl. der Interviewleistung und Unreliabilität des Kriteriums, Minderungskorrektur).

Referenzen und vertiefende Literatur

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