Intraklassenkorrelation

 

(= ICC) [engl. intraclass correlation], [DIA, FSE], umfasst eine Gruppe von Korrelationskoeffizienten, die zur Abschätzung der Stärke des Zusammenhangs für gepaarte Beobachtungen oder zur Abschätzung der Reliabilität von Messwertreihen verwendet werden kann. Die Def. der Koeffizienten lehnt sich eng an die Varianzzerlegung der Varianzanalyse an. Speziell in der Forschung über eineiige Zwillinge wird dieses Maß zur Schätzung der Umwelteinflüsse benutzt. Es existieren sechs Varianten der ICC, die die wichtigsten Maßzahlen zur Bestimmung der Beurteilerübereinstimmung darstellen. Die Interpretation der ICC als Reliabilitätsmaß ist an die Annahmen der klassischen Testtheorie geknüpft. Hier wird insbes. angenommen, dass sich die gemessenen Werte als additive Verknüpfung der wahren Merkmalsausprägung der beurteilten Personen, ggf. der indiv. Strenge des Beurteilers und einer zufälligen Fehlerkomponente ergeben. Die Reliabilität von Beurteilungen ist definiert als Anteil der Varianz der Beurteilungsdaten, der durch die wahre Merkmalsvarianz der beurteilten Personen erklärt werden kann. Die ICC schätzt erwartungstreu die Reliabilität der Urteile beliebig vieler Rater. Wird verlangt, dass die von versch. Beurteilern vergebenen Werte absolut übereinstimmen, so muss entweder die ICC(unjust,einfak) oder die ICC(unjust) berechnet werden. Müssen lediglich die relativen Abweichungen vom indiv. Mittelwert der einzelnen Beurteiler ähnlich ausgeprägt sein, weil Mittelwertsunterschiede zw. den Beurteilern die Datenqualität nicht beeinträchtigen, sollte die ICC(just) bestimmt werden. Alle drei genannten ICCs schätzen die Zuverlässigkeit des Urteils eines beliebigen Beurteilers. Die ICC(unjust,einfak,MW), ICC(unjust,MW) und die ICC(just,MW) können zur Bestimmung des Mittelwerts mehrerer Beurteiler verwendet werden. Eine ICC im Bereich von 0 zeigt zufälliges Beurteilungsverhalten an, ein Wert von 1 eine perfekt zuverlässige Merkmalseinschätzung durch die Beurteiler. Werte größer ,7 werden im Allgemeinen als Indikator für gute Beurteilerübereinstimmung angesehen. Mehrebenenanalyse.

Verwendete Literatur

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