intuitive Physik

 

(= i. P.) [engl. intuitive physics; lat. intuere (genau) anschauen], [EW, KOG], Gesamtheit des (nicht auf formale Belehrung zurückgehenden) Alltagswissens über die physikal. Welt. Die i. P. umfasst neben verbalisierbaren Konzepten und Erklärungsmustern (intuitive Physik i.e.S., syn. naive Physik) auch perzeptive (Perzeption) und perzeptiv-motorische Komponenten. Die i. P. weicht in versch. Hinsicht systematisch von der Schulphysik ab. Bspw. ist die an die mittelalterliche Impetustheorie erinnernde Fehlvorstellung (Misskonzept) verbreitet, dass jeder Bewegung eine Kraft zugrunde liegt. Die Frage, ob die i. P. eine theorieähnliche Wissensstruktur darstellt oder eher als Konglomerat lokaler Wissensbestände zu sehen ist, wird kontrovers diskutiert. Die Ursprünge der i. P. lassen sich bis ins frühe Säuglingsalter zurückverfolgen (Säuglingsforschung). Auf probabilistischen Inferenzmechanismen basierende Computermodelle haben sich als geeignet erwiesen, quant. und qual. Vorhersagen dynamischer Ereignisse zu generieren, welche die Ergebnisse mentaler Simulationen nachbilden (Künstliche Intelligenz, kognitive Modellierung). Objektpermanenz, intuitive Biologie, Theory of Mind.

Verwendete Literatur

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