Item-Order-Hypothese

 

(= I.) [engl. item-order hypothesis; order Reihenfolge], [KOG], besagt, dass Reihenfolgeinformation beim Abruf aus dem Langzeitgedächtnis eine wichtige Rolle spielt und dass Encodierbedingungen sich darin unterscheiden, wie viel Item- und wie viel Abfolgeinformation sie bereitstellen (Nairne et al., 1991; Gedächtnis). Anhand dieser Hypothese lässt sich zum einen erklären, dass best. Encodierbedingungen wie das Generieren der Items im Vergleich zu bloßem Lesen zu besserer Leistung im Free Recall (Gedächtnisprüfung) führen. Zum anderen erklärt die I., warum dieser Behaltensvorteil nur dann auftritt, wenn die beiden Encodierbedingungen innerhalb derselben Liste verglichen werden, wohingegen sich die Leistung im Free Recall für gelesene und generierte Items (oder auch für häufige und seltene Wörter) dann nicht unterscheidet, wenn die Bedingungen zw. Personen oder zw. Listen manipuliert wurden. Die Erklärung anhand der I. ist, dass die eine Bedingung (z. B. Generieren) eher Iteminformation bereitstellt und die andere (z. B. Lesen) eher Abfolgeinformation. In gemischten Listen ist der Zugriff auf Abfolgeinformation insges. erschwert, sodass in diesem Fall die Wiedergabeleistung im Wesentlichen auf der Iteminformation beruht. Die bessere Verfügbarkeit der Abfolgeinformation wirkt sich nur dann pos. aus, wenn die Encodierung exp. zw. Listen oder zw. Personen manipuliert wurde. In diesem Fall verbessert die eine Bedingung die Verfügbarkeit von Iteminformation (Generieren) und die andere die von Abfolgeinformation (Lesen). Rekognition sollte unabhängig vom Design für eine Bedingung wie Generieren besser gelingen, weil dieser Gedächtnistest v. a. auf itemspezifischer Information basiert. Die Ergebnisse aus Experimenten, die kurze und längere Listen vergleichen, sprechen allerdings dafür, dass die von der I. postulierte abfolgeorientierte Abrufstrategie nur dann eingesetzt wird, wenn die Listen sehr kurz sind (Engelkamp & Dehn, 2000).

Referenzen und vertiefende Literatur

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