Jahoda, Marie

 

(1907–2001), [HIS, SOZ], britische Sozialpsychologin österreichischer Herkunft aus einer liberal-jüdischen Familie Wiens. Nach der Matura 1926 Beginn einer zweijährigen Ausbildung zur Volksschullehrerin, parallel dazu Studium der Ps. an der Universität Wien bei Charlotte Bühler und Karl Bühler. 1927 Eheschließung mit Paul F. Lazarsfeld; 1901–1976), Scheidung jedoch bereits 1934. 1932 Promotion zum Dr. phil bei Karl Bühler mit einer Arbeit über «Anamnesen im Versorgungshaus. (Ein Beitrag zur Lebenspsychologie)». In dieser Arbeit wurde der biografische Ansatz von Charlotte Bühler auf Personen unterer sozialer Schichten übertragen. 1928/29 Studienaufenthalt in Paris. 1929 Projektmitarbeiterin bei Gustav Ichheiser in Wien. Seit 1931 gelegentliche Mitarbeiterin, seit 1932 Angestellte der von ihrem Mann initiierten, mit dem Ps. Institut der Universität Wien verbundenen «Österreichischen Wirtschaftspsychologischen Forschungsstelle» in Wien; 1931/32 war Jahoda führend an der Planung, Durchführung und Auswertung der Studie «Die Arbeitslosen von Marienthal» beteiligt. 1933/34 Aushilfslehrerin, 1934–1936 illegale politische Untergrundarbeit für die Sozialdemokratie, im November 1936 verhaftet und Inhaftierung bis Juli 1937; vorzeitige Freilassung unter der Bedingung, Österreich zu verlassen, und unter Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft. 1937 Emigration nach England, wo sie für versch. Unternehmen arbeitete. Danach Emigration in die USA, wo sie u. a. mit Max Horkheimer, Adorno und anderen an der Studie über die autokratische Persönlichkeit zus.arbeitete; akademische Lehre, Lehrbuchautorin; 1958 Rückkehr nach England, Lehre am Brunel College (später Universität), ab 1965 an der Universität von Sussex, wo sie 1973 emeritiert wurde.

Referenzen und vertiefende Literatur

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