Janis, Irving L.

 

(1918–1990), [SOZ, HIS], Irving Lester Janis war ein US-amerik. Sozialpsychologe, der v. a. durch seine Untersuchungen zum Entscheidungsverhalten in Gruppen bekannt wurde. Irving L. Janis studierte an der University of Chicago und promovierte an der Columbia University in New York. Nach dem Kriegsdienst ging er an die Yale University, wo er bis 1985 blieb. Als Emeritus arbeitete er dann an der University of California in Berkeley. Irving L. Janis arbeitete zus. mit Carl Hovland über Einstellungsänderungen, über Stress vor Operationen, gemeinsam mit Leon Mann über Entscheidungsverhalten und mit seiner Frau Marjorie Janis über psychol. Aspekte des Kunsterlebens. Sein vielzitiertes Buch Victims of groupthink (Janis, 1972) ist insofern eine Besonderheit, als Irving L. Janis nicht empir. Untersuchungen zu Gruppenentscheidungen darstellt und diskutiert, sondern – angeregt durch auffällige politische Gruppenentscheidungen in seiner Zeit – eingehend historische Entscheidungsprozesse untersucht und beschreibt. Manche falsche und im Nachhinein als abwegig erscheinende Entscheidung von Gruppen erklärt Irving L. Janis mit einzelnen Gruppenmerkmalen, die zum Gruppendenken [engl. groupthink] führen. Groupthink ist eine Wortschöpfung von Irving L. Janis, die sich schnell verbreitet hat. Sein Buch enthält erste Vorschläge, wie das dem kritischen Einzelverstand entgegengesetzte, unkritische Gruppendenken überwunden werden kann. – Irving L. Janis erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise.

Referenzen und vertiefende Literatur

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