Jung, Carl Gustav

 

(1875–1961), [KLI], Schweizer Psychiater und Begründer der Analytischen Psychologie (auch Komplexe Ps. genannt, ). Anfänglich (1907–1913) von der psychoanalytischen Theorie (Psychoanalyse) fasziniert und in engem Austausch mit Freud stehend, stieg er zum «Kronprinzen» und designierten Nachfolger Freuds auf: Von 1910 bis 1914 war er Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung; Bruch mit Freud, ausgelöst durch seine Schrift Über Wandlungen und Symbole der Libido (1911/12; s. Symbole der Wandlung in Jung, 1964a), in der er Freuds Libidotheorie (Triebtheorie nach Freud) kritisierte und einen eigenen Ansatz präsentierte (Libido als nicht sexuelle Lebensenergie), der verstärkt über Astrologie, Mythologie, Alchemie, Märchen, Kulturgeschichte und Ethnologie den Manifestationen des kollektiven Unbewussten nachspürte (Archetypen). Daneben erarbeitete er eine Theorie der «Psychologischen Typen» (1921, Typologie) und stellte 1905 über seine Assoziationsexperimente eine Theorie des Komplexes vor, die schließlich in die Archetypentheorie mündete. Begann Jung seine wiss. Karriere noch als exp. arbeitender Kliniker (Diagnostische Assoziationsstudien. Beiträge zur experimentellen Psychopathologie 1905 als Habilitation bei Bleuler), so legte er in seinem Spätwerk eine eher spekulativ anmutende Theorie der Synchronizität vor (Jung, 1952). Jung schuf viele Begriffe, die noch heute im Korpus der Ps. Bestand haben und mit seiner Theorie eng verknüpft sind (z. B. Komplex, Intro- und Extraversion, kollektives Unbewusstes, Archetyp oder Ur-Bild, Anima und Animus, Individuationsprozess, aktive Imagination, Amplifikation). Auf Jungs Theorien und Konzepte bezieht sich ein Großteil der sog. New-Age-Bewegung, die transpersonale Ps. und anderer sich «spirituell» verstehender Schulen, psychol. oder mystischer Provenienz.

Referenzen und vertiefende Literatur

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