Keimdrüsen

 

(= K.) [engl. gonads], [BIO], Geschlechtsdrüsen, Sexualdrüsen, Gonaden. Hoden und Eierstöcke (Testes, Testiculi oder Testikeln und Ovarien). Die Keimdrüsen sind Drüsen mit äußerer (hier: germinativer) Funktion, da sie Spermien bzw. Eier produzieren, und Drüsen mit innerer Sekretion, indem sie Hormone bilden. Die männlichen Keimdrüsenhormone sind das Testosteron und seine Ausscheidungsform Androsteron (Anregung der Samenbildung, Spermiogenese, Spermatogenese). Die weiblichen Hormone sind die Follikelhormone Östradiol, Östriol, Östron (sog. Brunsthormon), die die im Vierwochenzyklus verlaufende Ovulation (Eireifung und Eiausstoßung) regeln, und das antagonistische Gelbkörperhormon (Corpus-luteum-Hormon) Progesteron, das während der Schwangerschaft wirksam ist. Die Keimdrüsentätigkeit wird von den übergeordneten geschlechtsunspezifischen Hormonen des Hypophysenvorderlappens (Gonadotropine) gesteuert.

Manche Abhängigkeit zw. den K.hormonen, dem Geschlechtstrieb und der allg. Aktiviertheit des Individuums ist noch ungeklärt, wenn auch grundsätzlich jede Störung oder der Ausfall der K.funktion eingreifende seelische Veränderungen bewirken und die Entfernung der K. (vor der Pubertät) die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale verhindert. Gonadenhormone, Infantilismus.