Ketoazidose

 

(= K.) [engl. ketoacidosis], [BIO], schwerwiegende Stoffwechselentgleisung bei absolutem Insulinmangel (i. d. R. bei Diabetes mellitus Typ I; häufig im Zs.hang mit fieberhaften Infektionen, bei denen der Insulinbedarf deutlich ansteigt). Infolge einer reaktiven Ausschüttung von Stresshormonen (z. B. Kortisol), kommt es zu einem intensiven Abbau von Fetten und Ketonkörpern, was zu einer Azidose (Übersäuerung), Exsikkose und ausgeprägter Entgleisung der Elektrolyte führt. Zudem werden sehr hohe Blutzuckerwerte gemessen. Zur klin. Symptomatik von K. gehören u. a. Durst, häufiges Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit, Benommenheit, Acetongeruch der Atemluft, tiefes Atmen (Kussmaul′sche Atmung). Es können Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma («Coma diabeticum») auftreten. Die Grundpfeiler der Behandlung bestehen in der intravenösen Infusion von größeren Flüssigkeitsmengen und von Insulin. Dabei ist insbes. auf eine zeitgerecht einsetzende Zufuhr ausreichend hoher Mengen von Kalium zu achten, da dieses durch die Insulinwirkung aus dem Extrazellularraum in die Zellen verschoben wird. Wegen der Schwere des Krankheitsbildes ist eine stationäre Behandlung unbedingt erforderlich.