Kinderverhaltenstherapie

 

(= KV.) [engl. child behavior therapy], [KLI], entstand zu Beginn des 20. Jhd. i. R. der Behandlung von lerngestörten und ängstlichen Kindern. Die Therapie knüpft als zielgruppenspezif. Variante der Verhaltenstherapie (= V.) an Befunden der exp. Ps. und Lernps. an. Von bes. Bedeutung in der KV. sind soziale Fertigkeitstrainings, kompakte Trainingsprogramme einschließlich Eltern- und Familienberatung, Selbstkontrollverfahren, Selbstbeobachtung oder Modelldarbietung (Lernen am Modell). Die Unterschiede zw. KV. und Erwachsenenv. bestehen darin, dass das Vorgehen für Kinder in bes. Weise angemessen aufbereitet sein muss. Die V. mit Kindern muss sich am Alter und Entwicklungsstand orientieren, was zur Folge hat, dass die Komplexität in der Therapiesituation zu reduzieren ist. Dabei müssen Ergebnisse der Entwicklungspsychopathologie bei der Therapieplanung berücksichtigt werden und das Umfeld von Kindern, also Kindergarten, Schule und Familie, einbezogen werden. Werden diese min. Anforderungen nicht erfüllt, fehlen wichtige Voraussetzungen für eine effektive KV. Vorteile der KV. lassen sich in folg. vier Grundbegriffen zus.fassen: Entwicklungsorientierung, Altersgruppenspezifität, Ressourcenorientierung und Umfeldorientierung. Die Ausübung einer KV. i. S. eines Heilberufes setzt eine umfassende Ausbildung und die Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut voraus (Psychotherapeutengesetz). Für solche Ausbildungen sind aktuell zugelassen: Ärzte, Psychologen und Pädagogen. Die Anwendungsgebiete der K. stellen auch die Frühförderung, Jugendhilfe und die Kinderheilkunde dar; letztere v. a. i. R. der Bewältigung von körperlich-chronischen Erkrankungen.

Verwendete Literatur

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