Kinesik

 

(= K.) [engl. kinesics in Anlehnung an engl. linguistics gebildet; gr. κινεῖν (kinein) bewegen], [KOG, SOZ], K. ist eine best. Forschungsrichtung zur Untersuchung von Körperbewegungen (Motorik, Psychomotorik) in sozialen Interaktionen. In den 1950er-Jahren von dem Anthropologen Birdwhistell begründet, wird die K. von ihm definiert als «die Wissenschaft vom körperlichen Kommunikationsverhalten» (Kommunikation).

Körperbewegungen werden als erlerntes codiertes kommunikatives System angesehen (nicht verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation), aufgebaut analog der Struktur der Sprache. Alle Mitglieder einer Gesellschaft müssen es beherrschen, um erfolgreich interagieren zu können. Meth. an die deskriptive Linguistik angelehnt, wird nach Basiseinheiten (Kine bzw. Kineme, z. B. Augenbrauen heben, Kopfnicken; Artikulem, Phonem) gesucht, aus denen dann größere Einheiten, hierarchisch strukturiert, gebildet werden. Diese Annahme einer der Sprache analogen Struktur körperlichen Kommunikationsverhaltens ist in der Forschung umstritten.

Referenzen und vertiefende Literatur

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