Klassifikation

 

(= K.) [engl. classification; lat. classis Bürgerklasse, Abteilung, facere herstellen], [DIA. KLI], ist die Zuordnung von Objekten zu Klassen (Kategorie) anhand der Ähnlichkeit eines best. (Merkmals (eindimensionale K.) oder mehrerer Merkmale (multidimensionale K.). In der einfachsten Form müssen für eine Klassifikation zwei Grundregeln erfüllt sein. Erstens muss das Merkmal, auf dem die Klassifikation beruht, mind. zwei unterschiedliche Werte besitzen. Zweitens müssen die Klassen exhaustiv und sich gegenseitig ausschließend sein. K. bez. aber nicht nur den Prozess der Zuordnung, sondern auch das Ergebnis dieses Prozesses wird K. genannt. Eine Klassifikation oder Systematik als Resultat ist eine planmäßige Zus.stellung von Klassen oder Kategorien.

Weiterhin können Merkmalsk. (z. B. Syndrombildung mittels multivariater Verfahren wie Faktorenanalyse) und Personenk. (z. B. Gruppenbildung von Personen mittels Clusteranalyse, latenter Klassenanalyse) unterschieden werden. Der Begriff der K. ist eng verbunden mit der psychiatrischen Diagnostik, d. h. der Einteilung oder Einordnung von best. gemeinsamen Merkmalen charakterisierender Phänomene in ein nach Klassen gegliedertes System. Heute aktuelle Klassifikationssysteme sind die ICD-10 und das DSM-5 (Klassifikation psychischer Störungen). Unter klassifikatorischer Diagnostik versteht man den Untersuchungs- und Entscheidungsprozess, der zur Erhebung des psychopathologischen Befundes und Ableitung einer oder mehrerer Diagnosen führt. Ziele der Klassifikation sind Kommunikation in Forschung und Praxis, Ausgangspunkt für Therapie sowie die Basis für Statistik im Gesundheitswesen. Klassifikationssysteme dienen zur Vereinfachung des Denkens und dadurch der Reduktion der Komplexität klin. Phänomene (Ordnung und Struktur), der Verbesserung der Kommunikation zw. Klinikern, die Grundlage der klin.-psychiatrischen Ausbildung, als Grundlage für den Beginn und die Indikationsstellung versch. Behandlungsmaßnahmen, die Dokumentation von Pat. psychiatrischer Versorgungseinrichtungen sowie als Grundlage für kurz- und langfristige Prognosestellungen. In Forschungsprojekten dienen sie v. a. zur Deskription von Störungsgruppen somit ebenfalls zur Kommunikation von Forschungsergebnissen. In Studien zur Pathophysiologie und Ätiologie von Störungen dienen sie als Grundlage der Charakterisierung. In epidemiologischen Studien (Epidemiologie) erfüllen sie die Funktion zur Fallidentifikation. Diagnostik, kategoriale.

Referenzen und vertiefende Literatur

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