Kluger Hans

 

[engl. clever Hans], [KOG], Bsp. für einen Versuchsleiter-Erwartungs-Effekt, das durch die Monografie von Pfungst (1907; Pfungst, Oskar) und Rosenthal (Rosenthal-Effekt) weit verbreitet wurde. Das vom Mathematiklehrer v. Osten «unterrichtete» bzw. dressierte Zirkuspferd Hans (1895–ca. 1916) «konnte» im Bereich der Grundrechenarten Rechnungen lösen, indem es das jew. Aufgabenresultat mit der entspr. Hufschlagszahl signalisierte. C. Stumpf (Philosophie- und Ps.-Prof. und Mitglied der preußischen Akademie) wurde beauftragt, dieses Phänomen zu untersuchen. Er entwickelte einen Versuchsplan, der unter versch. Bedingungen die Leistung des Klugen Hans überprüfte. Das Ergebnis war, dass das Pferd die Leistungen nur erbringen konnte, wenn das Ergebnis dem Vl bekannt war. Das Resultat bzgl. des Vl-Effekts bestand darin, dass das Tier unbewusste Bewegungen des Vl als Signal für den Beginn bzw. das Beenden des Hufschlags begriff. Da auch ähnliche «Leistungen» von anderen Tierarten bekannt wurden, entwickelten sich unter Leitung des Wuppertaler Juweliers Karl Krall eine Gesellschaft und eine Zeitschrift zur Analyse der «Tierseele». Es folgten weitere Versuche mit intelligenten Araberhengsten. Die sog. «Elberfelder Pferde» erlangten Ruhm in der Fachwelt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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