kognitive Modellierung

 

(= k. M.) [engl. cognitive modeling; lat. modulari melodisch erfassen/gestalten], Kognition, [KOG], ist eine meth. Vorgehensweise der Kognitionswiss. und Informatik, bei der Informationsverarbeitungsprozesse beliebiger natürlicher Systeme formallogisch bzw. math. def. und in einem materiellen System (z. B. Computer) realisiert werden, sodass das Modell mit dem Ursprungssystem bzgl. Output und Leistung möglichst vergleichbar ist. Das kogn. Modell soll auch die gleichen Berechnungsvorgänge realisieren, sodass die k. M. ein isomorphes Abbild der modellierten k. Prozesse liefert. Vorteile dieser Vorgehensweise bestehen darin, dass komplexe Systeme mit zahlreichen Einflussgrößen und mehreren Ebenen angemessen repräsentiert werden können. Implizite Zusatzannahmen zu k. Teilprozessen müssen in Berechnungsvorschriften übersetzt werden, sodass die resultierende k. M. vollst., replizierbar, explizit sowie letztlich empirisch prüfbar ist. Um eine Beliebigkeit der Modellannahmen zu vermeiden, sind jedoch versch. Vorkehrungen zu treffen: (1) die zu modellierenden Eigenschaften sollten durch Metaanalysen belegt sein; (2) für viele natürliche Systeme einschließlich des Gehirns liegen bereits Informationen zur strukturellen und funktionellen Konnektivität vor, denen die Modellierung zumindest nicht widersprechen darf; (3) der zusätzliche Nutzen einer k. M., d. h. der Grad der empirischen Bestätigung bzw. deren Wert für die Vorhersage des Verhaltens oder physiol. Reaktionen, ist mit anderen multivariaten Analysetechniken (Strukturgleichungsmodelle, Regression, multiple etc.) zu vergleichen, um mögliche methodenabhängige Artefakte der Modellierung zu identifizieren; (4) die Falsifizierbarkeit (Falsifikation) bzw. empirische Bewährung der k. M. ist durch geeignete Prozeduren sicherzustellen. reciprocal teaching, kognitive Simulation.