Kollusion

 

(= K.) [engl. collude in heimlichem Einverständnis sein; lat. colludere zus.spielen], [KLI], vom engl. Psychoanalytiker Henry Dicks in die Paartherapie eingeführt: K. als Wiederentdeckung und anschließende Verfolgung von abgespaltenen Selbstanteilen im Partner. Willi integrierte in seinem K.modell psychoanalytische (Psychoanalyse) und kybernetisch-systemische Aspekte (Systemische Therapie): K. als ein uneingestandenes, oft unbewusstes Zus.spiel von Partnern auf der Basis gleichartiger (neurotischer) Beziehungskonflikte. Es gelingt den Partnern, unreife Wünsche und übergroße Beziehungsängste unter Kontrolle zu halten, wenn jeder dem anderen jenes Beziehungsverhalten abfordert, das diesem zur Reduktion eigener Beziehungsängste dient. Wer bspw. aus Angst, nicht liebenswert zu sein, außergewöhnliche Ansprüche auf Verwöhnung und Umsorgung stellt, wird auf einen Partner bes. ansprechen, der motiviert ist, die Helferrolle zu übernehmen, die dessen Liebenswert bestätigt (orales K.modell oder Helferk.). Eine K. vermittelt ein Gefühl exklusiver Nähe und Unentbehrlichkeit füreinander und ermöglicht es manchen Personen, sich überhaupt eine Liebesbeziehung zuzutrauen. K. wird dann pathologisch, wenn sie die Partner nachhaltig auf eine Rolle verpflichtet, die keine abweichende, persönliche Entwicklung zulässt. Kollusive Konflikte gibt es nach Willi auch in Arbeits- und Therapiebeziehungen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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