Kommunikation, gewaltfreie

 

(= g.K.) [engl. nonviolent communication], [EM, SOZ], auch Einfühlsame Kommunikation oder Empathische Kommunikation; ist ein Kommunikationsmodell von Marshall B. Rosenberg, das auf eine empathische (Empathie) und verständnisfördernde Kommunikation zielt. Kernelement des Modells ist die Realisierung der folg. vier Schritte. In Schritt 1 ist die konkrete Beobachtung der akt. Situation zu benennen – in Abgrenzung zu Bewertungen, Analysen etc. Schritt 2 umfasst, die in der akt. Situation erlebten Emotionen mitzuteilen – in Abgrenzung zu Gedanken und Interpretationen. In Schritt 3 werden die Bedürfnisse benannt, die hinter den Emotionen stehen – in Abgrenzung zu Strategien. Letztlich wird in Schritt 4 eine konkrete Bitte geäußert, die zur Erfüllung der Bedürfnisse beitragen kann – in Abgrenzung zur Forderung. Die Orientierung an diesen vier Schritten ermöglicht einerseits einen authentischen Selbstausdruck («ich fühle» , «ich brauche» ) und andererseits empathisches Zuhören («fühlst du» , «brauchst du»). Hier wird die Nähe des Konzepts zur nicht direktiven  Gesprächspsychotherapie nach Rogers deutlich.

Grundpostulat der g. K. ist, dass Bedürfnisse das Erleben und Verhalten steuern. Konflikte (Konflikt, sozialer) zw. Menschen bestehen dabei nie auf Bedürfnisebene, sondern stets nur auf der Ebene der Strategien (i. S. von Umsetzungen von Bedürfnissen in konkrete Verhaltensweisen, z. B. die Strategie Lesen zum Bedürfnis Entspannung). Mit der Prämisse, dass Bedürfnisse grundsätzlich immer miteinander vereinbar und zur Erfüllung jedes Bedürfnisses mehrere Strategien möglich sind, werden Konflikte anhand der g. K. gelöst, indem von den Strategien abgelassen, auf die Bedürfnisse dahinter fokussiert und dann nach neuen Strategien gesucht wird, die die Bedürfnisse aller erfüllen. Die g. K. wird entspr. als Methode in der Konfliktlösungsarbeit/Mediation z. B. in Paarberatung, Schulen, Wirtschaft, Politik verwendet.

Verwendete Literatur

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