Kommunikationsbarrieren

 

(= K.) [engl. barriers of communication], [SOZ], ergeben sich aus Hindernissen, die die kommunikative Botschaft davon abhalten, das angezielte Publikum zu erreichen. K. hemmen den Informationsfluss. Sie können auf den folg. acht Stufen des Kommunikationsprozesses wirksam werden (Bovée & Thill, 2008): (1) Sender hat eine Idee: Ideen sind unklar oder Ziele sind unklar; (2) Sender kodiert Idee in Botschaft: Nachricht ist nicht auf die Idee fokussiert und bringt Idee nicht auf den Punkt; (3) Sender produziert Botschaft in Medium: Entweder wird ein ungünstiges Medium für die Botschaft ausgesucht oder ein störendes Design lenkt vom Inhalt der Botschaft ab; (4) Sender übermittelt Botschaft durch Kanal: Lärmquellen stören, Ablenkung durch mehrere Botschaften verwirrt, Teile der Botschaft werden gefiltert oder der Kanal bricht zus.; (5) Publikum empfängt Botschaft: Wegen Unaufmerksamkeit oder Überbelastung wird Botschaft verpasst oder ignoriert (Informationsverarbeitung); (6) Publikum dekodiert Botschaft: Wegen selektiver Wahrnehmung kommt es zu Fehlinterpretation der Botschaft, emot. Untertöne verstellen die analytische Auswertung des Inhalts; (7) Publikum antwortet auf Botschaft: Die Antwort ist falsch oder wird vergessen zu verfassen; (8) Publikum liefert Feedback: Feedback wird vernachlässigt oder missverstanden, weil zu allg. oder zu persönlich formuliert wurde.

Generell gilt, dass Menschen frühere Erfahrungen und vorhandenes Wissen anwenden, um eine Botschaft zu interpretieren. Diese Strategie, die häufig erfolgreich ist, kann zu Fehlinterpretationen führen. Eigene widersprüchliche Erfahrungen des Empfängers und seine Emotionen interferieren mit dem Inhalt der Botschaft. Wie man Sprache benutzt, beeinflusst, wie Menschen eine Nachricht interpretieren. Täuschung und Wahrheit bestehen in der alltäglichen Kommunikation nebeneinander, wie Tagebuchstudien zeigen (DePaulo et al.1996). Täuschung wird als eine kommunikative Handlung definiert, mit der intendiert wird, beim Empfänger einen Eindruck oder ein Verständnis hervorzurufen, den/das der Sender für falsch hält (Fälschung(-sverhalten)). Täuschung widerspricht den Maximen der offenen Kommunikation. Studierende gaben z. B. an, im Durchschnitt zweimal am Tag zu lügen. Es lassen sich zwei Typen von Lügen unterscheiden: Solche, die der Selbstdarstellung und den Eigeninteressen dienen, und solche, die andere vor neg. psychol. Implikationen schützen sollen (ihr Gesicht wahren, sie nicht bloßstellen etc.; Eindrucksmanagement). Selbst-orientierte Lügen überwiegen, außer wenn Frauen mit Frauen kommunizieren. In der Kommunikation von Männern mit Männern kommen sie bes. häufig vor. Durch nonverbale Indikatoren lassen sich Hinweise auf Täuschung finden (nicht verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation). Barrierefreie Kommunikation.

Verwendete Literatur

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