Kompetenztraining

 

(= K.) [engl. competence training], [KLI], Methode der Verhaltenstherapie, bei der insbes. Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen vermittelt werden, weshalb insbes. von Training sozialer Kompetenz (TSK) die Rede ist. Letzteres ist nicht nur, wenn Defizite in sozialer Kompetenz im Vordergrund stehen, bedeutsam, sondern auch als Teil der Therapie der AgoraphobiePanikstörung u. a. m., weil es dabei erstens um das Füllen von Wissens- und Fähigkeitsdefiziten geht, andererseits erlebte soziale Kompetenz ein Antagonist gegen Angst und Depression ist. K. ist verbunden mit Namen wie A. Salter, J. Wolpe, A. A. Lazarus sowie R. und R. Ullrich. Gegenstand sind die subj. Einstellung zu sich selbst, Wissen um Prozesse der sozialen Beeinflussung, Rechte gegenüber Behörden etc., Fähigkeiten zur adäquaten Wahrnehmung von sich selbst und anderen, soziale Fertigkeiten und die Fähigkeit, diese auch adäquat (nicht aggressiv, nicht zum Schaden anderer) einzusetzen, soziale Angst und Hemmung und der Abbau von Vermeidungsstrategien (Selbstregulation). In einem strukturierten Vorgehen, vorzugsweise in Gruppen, wird eine Reihe unterschiedlicher Techniken, wie z. B. Verstärkung, Modelllernen, Rollenspiel, Rückmeldung, kogn. Techniken, eingesetzt. Angestrebt wird dabei eine Veränderung abwertender Selbstverbalisationen, eine adäquate Wahrnehmung eigener und fremder Reaktionen und Situationen, ein adäquates soziales Verhalten, ein Aufbrechen des sozialen Rückzugs und eine Bewältigung der sozialen Angst durch schrittweisen Abbau von Vermeidungsverhalten und den Aufbau aktiven Bewältigungsverhaltens (Coping), um dem Pat. schließlich eine angstfreie und selbstsichere Interaktion zu ermöglichen. Das Therapieverfahren, oft auch Teil umfassenderer Therapien, hat sich bei einem großen Spektrum an Störungen als wirksam erwiesen. Die primäre Indikation sind soziale Phobie, Unsicherheit und Fähigkeitsdefizite. TSK wird aber auch bei psychosomatischen und anderen psych. Störungen (Persönlichkeitsstörungen, Depressionen) einzeln und in Gruppen, ambulant und stationär erfolgreich eingesetzt. Die Wirksamkeit ergibt sich aus der Summe der einzelnen Bestandteile, die einzeln schwer zu evaluieren sind. Kompetenzentwicklung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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