Konflikt

 

(= K.) [engl. conflict; lat. confligere zusammenstoßen], [EM], das gleichzeitige Bestehen oder Anlaufen von mind. zwei Verhaltenstendenzen (Hofstätter, 1957, Konflikttheorie, Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt).

[SOZ], eine Spannungssituation zwischen mehreren Parteien (Konflikt, sozialer).

[KLI], die Psychoanalyse betrachtet den K. als konstitutive Voraussetzung des psych. Geschehens bzw. des menschlichen Lebens schlechthin. Der psych. K. ist der Grundbegriff der psychoanalytischen Krankheitslehre. Die neurotischen Symptome gelten als Ausdruck eines intrapsychischen Kräftespiels, bei dem ein sexueller Wunsch auf eine abwehrende Gegenkraft, z. B. in Gestalt religiöser oder sittlicher Bedenken, trifft. Der sexuelle Wunsch kann hierbei verdrängt werden, d. h. ihm wird das Bewusstsein entzogen. Das neurotische Symptom (Neurose) entsteht aus dem Verdrängungsvorgang als Kompromissbildung zw. der abgewehrten Vorstellung und der abwehrenden Instanz. Obwohl Freud zeitlebens an der Zentralstellung des K.modells festgehalten hat, hat er die theoretische und metapsychol. Fassung der konfligierenden Kräfte mehrfach überarbeitet und neu konzeptualisiert. Während zu Beginn der psychoanalytischen Entdeckungen der K. zw. Abwehr und Abgewehrtem (Abwehrmechanismen des Ich) im Vordergrund des Freud'schen Interesses stand, fokussierte er in späteren Entwicklungsphasen den K. zw. Trieben (Trieb, psychoanalytische Betrachtung, Triebtheorie nach Freud; Sexualtrieb vs. Selbsterhaltungstrieb; Lebenstrieb vs. Todestrieb) und ab 1923 den K. zw. Instanzen (Instanzenmodell) und den ihnen zugeordneten Kräften. Konflikt, sozialer.

Verwendete Literatur

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