Konsiliar- und Liaisonarbeit

 

(= KLA), [engl. consultation-liaison service; lat. consilium Rat, Beratung, frz. liaison Verbindung], [KLI], ein der Psychiatrie entspringender, interdisziplinär ausgerichteter Fachbereich, der die psychodiagn. und psychoth. Tätigkeit von Psychiatern, Psychosomatikern, Klin. Psychologen. oder Psychol. Psychotherapeuten zur psychol. Betreuung von Pat. im akutmed. oder stationären Setting beschreibt. Nach Möglichkeit und Bedarf werden die Angehörigen der Pat. ebenfalls mitbetreut. Die KLA. entwickelte sich zu Beginn des 20. Jhd. mit dem zunehmenden Bewusstsein über bio-psycho-soziale Zus.hänge (Krankheitsmodelle) und der wachsenden Notwendigkeit einer psychiatr.-psychol. Versorgung somatisch erkrankter Pat. in den Allg.krankenhäusern. Je nach Intensität der Zus.arbeit zw. dem KL-Dienst und der jew. Krankenhausabteilung werden zwei Hauptmodelle unterschieden: Die Konsiliararbeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Konsiliar vom somatisch behandelnden Arzt oder vom Pflegeteam für die Beratung von einzelnen Pat. auf Abruf beigezogen wird. Zusätzlich zur beratenden oder psychoth. Arbeit mit den Pat. kann der Konsiliar, wenn nötig, dem somatisch tätigen Arzt oder dem Pflegeteam Behandlungsempfehlungen abgeben. Die Liaisonarbeit hingegen ist durch eine regelmäßige Präsenz des Liaisonsmitarbeiters auf der jew. Abteilung oder Station charakterisiert, unabhängig von einem direkten ärztlichen Auftrag. Der Liaisonmitarbeiter sieht somit, im Unterschied zum Konsiliar, alle Pat. und erfährt direkt, welche von ihnen eine Beratung erhalten sollen. Die psychol. Fortbildung des med. Personals, bspw. in Form von Weiterbildungen oder Fallbesprechungen, gehört ebenfalls in den Tätigkeitsbereich des Liaisonmitarbeiters. Der im KL-Dienst tätige Mitarbeiter informiert den behandelnden Arzt und das Pflegeteam jew. über das Ergebnis des Beratungsgesprächs, berücksichtigt jedoch gleichzeitig auch die Vertraulichkeit der ihm entgegengebrachten privaten Inhalte. Die psychol. Interventionen richten sich nach der Liegedauer und den Anforderungen des Pat. und sind somit oft Kriseninterventionen oder Kurzzeitpsychoth.

Verwendete Literatur

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