Konstanz

 

(= K.) [engl. constancy; lat. constans fest, beständig], [WA], Invarianz, K.phänomene, Bez. für eine trotz Änderung des proximalen Reizes unveränderte Wahrnehmung, die i. Allg. dem distalen Objekt entspricht; bei Nichterfüllung von Rahmenbedingungen kann die K. zus.brechen.

Wichtige Formen der K.: (1) Größenk.: konstante anschauliche Größe, wenn sich die Größe des Netzhautbildes in Abhängigkeit von der Entfernung des distalen Objekts verändert (Sehgröße); (2) Tiefenk.: konstante anschauliche Tiefe eines Objekts (beim binokularen Sehen), wenn sich die Querdisparation in Abhängigkeit von der Entfernung verändert; (3) Geschwindigkeitsk.: konstante anschauliche Geschwindigkeit bei Änderung der Geschwindigkeit des retinalen Bildes in Abhängigkeit von der Entfernung (Geschwindigkeit, anschauliche); (4) Richtungs- und Positionsk.: konstante anschauliche Richtung/Position eines Objekts bei Bewegungen des Auges oder Kopfes (Reafferenz); (5) Orientierungsk.: konstante anschauliche Orientierung eines Reizes bei Kopfneigung (Aubert'sches Phänomen); (6) Formk., Dingk., Gestaltk.: konstante anschauliche Form eines Objekts z. B. bei Drehung (ein Kreis z. B. wird im Netzhautbild zur Ellipse, bleibt aber anschaulich ein Kreis); (7) Helligkeits- und Farbk.: konstante anschauliche Helligkeit/Farbe eines Objekts bei unterschiedlicher Beleuchtung.

K.phänomene werden durch zwei grundlegende Prinzipien erklärt: (1) Mit Veränderungen von Merkmalen des Netzhautbildes gehen invariante sekundäre Merkmale der Reizung einher, es bleiben z. B. Verhältnisse konstant (Psychophysische Theorie, Gibson, 1950). (2) Verarbeitung der unterschiedlichen Reizmerkmale auf höherer (kortikaler) Ebene führt zur Bildung von K., z. B. durch Korrektur, Kompensation, Rekonstruktion (Verrechnungstheorien, Epstein, 1977).

Referenzen und vertiefende Literatur

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