Konsumklima

 

(= K.) [engl. consumer climate; lat. consumere verbrauchen], [KOG, WIR],Entscheidungen (Entscheiden) und das Verhalten von Konsumenten und Produzenten hängen von deren Erwartungen an die Zukunft ab. Wenn pessimistisch angenommen wird, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert, ist das K. schlecht, und es ist ratsam zu sparen. Wenn optimistisch (Optimismus) angenommen wird, dass die Wirtschaft wächst, kann auch auf Kredit gekauft werden (Verschuldung). Erwartungen und Stimmungen determinieren das K., dieses determiniert das Verhalten, und vom Verhalten hängt die Entwicklung von Märkten ab. Deshalb ist es wichtig, das K. zu analysieren. Erwartungen und intendierte Handlungen von Konsumenten werden erfragt und in einem Index des K. oder der Konsumentenstimmung abgebildet, welcher der Prognose wirtschaftlicher Entwicklungen dient. Analog dem meteorologischen Klimabegriff werden Einstellungen und Erwartungen der Konsumenten als K. bez..

Katona (1951) legte nach dem Zweiten Weltkrieg am Survey Research Center in Michigan, USA, die meth. Grundlagen zur Messung (Messen) des K. In Ländern der Europäischen Union wird das K. erhoben, indem Fragen gestellt werden (1) zur allg. Wirtschaftslage im vergangenen Jahr; (2) zu Erwartungen über die allgemeine Wirtschaftslage im kommenden Jahr; (3) zur finanziellen Lage des eigenen Haushalts im vergangenen Jahr; (4) zu Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der finanziellen Lage des eigenen Haushalts im kommenden Jahr und (5) zur Meinung, ob es ratsam sei, aktuell größere Anschaffungen zu tätigen. Die Antworten auf diese Fragen ergeben den Konsumentenstimmungs-Index oder K.-Index oder Index des Verbrauchervertrauens. Mit Kenntnis des K. können wirtschaftliche Entwicklungen verlässlicher prognostiziert werden als ohne Berücksichtigung der Konsumentenstimmung. Der Index wurde kritisiert als grobes Maß der Stimmung von Konsumenten. Einstellungen und Erwartungen sind komplexer, als sie durch fünf Fragen gemessen werden können. Die Prognose von Wirtschaftsentwicklungen muss außer dem Klima auch Einkommensänderungen, Steueraufkommen und -änderungen berücksichtigen. Schließlich ist zu bedenken, dass der private Konsum auch von den Aktivitäten der Produzenten und Unternehmer, des Staates und der Außenwirtschaft abhängt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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