Kontextualisierung von Persönlichkeitstests

 

(= K.) [engl. contextualization of personality tests], [AO, DIA, PER], als Reaktion auf die begrenzte Kriteriumsvalidität (kriteriumsbezogene Validität) von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl schlugen Schmit et al. (1995) vor, für die Beantwortung solcher Tests einen relevanten Kontext bzw. Bezugsrahmen (frame of reference) vorzugeben. So wird z. B. für die Vorhersage beruflicher Leistung ein Arbeitskontext oder für die Vorhersage von Studienleistungen ein Studiumskontext vorgegeben. Die Vorgabe des jew. Kontexts kann entweder durch eine entspr. Instruktion vor der Bearbeitung des Persönlichkeitstests erfolgen oder dadurch, dass der gewünschte Kontext für jedes einzelne Item ergänzt wird (z. B. durch das jew. Anfügen eines «… bei der Arbeit»). Als theoretische Grundlagen für die K. werden u. a. situationistische Persönlichkeitstheorien herangezogen (Situationismus). Diese gehen davon aus, dass Verhalten nur dann situationsübergreifend konsistent sein kann, wenn die betrachteten Situationen einander ähnlich sind. Durch die K. soll die Ähnlichkeit der Situationen, die in den Items des Persönlichkeitstests beschrieben werden, mit Situationen erhöht werden, die für das jew. Kriterium relevant sind (z. B. Verhalten bei der Arbeit). Empirisch kommt es durch die K. sowohl zur Verringerung von Fehlervarianz bei der Beantwortung des Persönlichkeitstests als auch zur Erhöhung der inhaltlichen Relevanz. Insges. erhöht die K. dadurch die Kriteriumsvalidität eines Persönlichkeitstests meist deutlich. Interaktionismus.

Verwendete Literatur

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