kontraproduktives Verhalten

 

(= k. V.) [engl. counterproductivebehavior; lat. contra gegen, producere erzeugen], [AO, WIR], ist ein Verhalten, das die legitimen Interessen einer Organisation verletzt, wobei es prinzipiell deren Mitglieder oder die Organisation als Ganzes schädigen kann (Nerdinger, 2008). Nach dieser Def. muss das Verhalten absichtlich ausgeführt werden; das Verhalten muss nur prinzipiell in der Lage sein, Schaden anzurichten (ohne dass dieser notwendig eintreten muss), und es darf nicht durch andere legitime Interessen begründet sein (z. B. Fernbleiben der Arbeit aufgrund von Krankheit). K. V. beschreibt einen sehr breiten Verhaltensbereich, u. a. zählen dazu Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung von Firmeneigentum, Missbrauch von Informationen, Absentismus, Alkoholmissbrauch sowie unangemessenes verbales und physisches Verhalten (Aggression, sexuelle Belästigung). Empir. Untersuchungen belegen, dass die versch. Arten des k. V. pos. korrelieren, sodass es gerechtfertigt wird, diese im übergeordneten Begriff des k. V. zus.zufassen. Die Forschung konnte drei Gruppen von Variablen als relativ gesicherte Einflussgrößen des k. V. belegen: K. V. als Reaktion auf erlebte Ungerechtigkeit; Persönlichkeitsmerkmale, wobei das Merkmal der Gewissenhaftigkeit in deutlich neg. Zusammenhang zu k. V. steht; Selbstkontrolle i. S. der Tendenz, Handlungen zu vermeiden, deren langfristig neg. Folgen den kurzfristigen Vorteil übersteigen. Als Maßnahmen zur Vermeidung von k. V. wird u. a. der Einsatz von Integrity Tests in der Bewerbungsphase empfohlen. Produktivität.

Referenzen und vertiefende Literatur

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